5 Dinge über Bali, die Dir vorher niemand sagt

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Mein erstes mal Bali und ich freute mich auf eine paradiesische Landschaft mit freundlichen Menschen wie ein Kind auf Weihnachten. Leider wurde ich schnell enttäuscht.

Als Backpacker bin ich eigentlich recht anspruchslos, was Hygiene, Unterkunft, Lebensstandards etc. betrifft. Was mir aber die Lust auf meine Abenteuer nimmt, sind Menschen die mich offensichtlich abzocken wollen und wenn ich nach einem Kauf das Gefühl habe, dass ich zu viel für etwas bezahlt habe. Und hier fängt es auch schon an:

Du bist eine wandelnde Gelddruckmaschine

Es ist wie in jedem Land, dessen Einwohner ärmer sind als die ankommenden Touristen: Als Tourist zahlt man eigentlich immer zu viel und die einheimischen betrachten die Touris als wandelnde Gelddruckmaschine. Nix da Paradies und Leben von dem was die Natur her gibt. Nein, hier spürt man es deutlich: Geld regiert die Welt und alle dort wollen möglichst viel davon haben. Jeder Einheimische (und das meine ich tatsächlich wörtlich) an dem Du vorbei gehst, versucht Dir etwas zu verkaufen: “Transport?“ “Taxi?“ “Sarong?” schallt es einem von allen Seiten rund um die Uhr entgegen.
Willst Du etwas von den einheimischen kaufen und nicht zu viel bezahlen, musst Du ein eiskalter Hund sein. Meine Devise lautet: „Never take the first offer“. Die folgende Taktik hat sich bei mir als sehr erfolgreich herausgestellt: Setz Dir vorher ein Limit. Auch wenn Du zunächst denkst Dein Preis sei viel zu niedrig, sei unverschämt und geh nochmal 30% runter. Diesen Preis nennst Du zuerst als Gegenangebot für den wesentlich zu hohen Preis, den der Verkäufer Dir nennt. Dreht ein paar Runden und komm dem Verkäufer entgegen, aber überschreite nicht Dein Limit. Wenn der Verkäufer blockiert und nicht weiter runter geht, geh. Nun gibt es zwei Optionen:
  1. Der Verkäufer holt Dich zurück und gibt Dir Deinen Preis. Glückwunsch
  2. Der Verkäufer lässt Dich ziehen. In diesem Fall weißt Du, dass Du die Schmerzgrenze gefunden hast. Das ist OK. Keine Sorge, das was Du kaufen willst, haben noch ganz viele andere. Geh also einfach zum nächsten und versuch es nochmal. Passe Dein Limit im Notfall geringfügig an und nähere Dich dem Preis, den die einheimischen bereit sind zu akzeptieren.
Als kleine Zusatzinfo kann ich Dir sagen, dass die Einheimischen die günstigsten Sarongs für ca. 5.000 IDR einkaufen (ca. 0,33€). Ich hab den Günstigsten für 30.000 IDR erstanden, also ca. 2€. Das war für mich OK und trotzdem hatte ich ein leicht schlechtes Gewissen 😉

Bali ist Australiens Ballerman

Geographisch betrachtet ist Bali das Mallorca Australiens. Nur ein paar Flugstunden trennen die beiden Inseln und das merkt man. Saufende, pöbelnde und unverschämte Australier haben Bali und ganz besonders Kuta eingenommen. Man bekommt dort hauptsächlich westliches Essen. Neben McDonald’s findet sich Burger King und das einzige was von der indonesischen Kultur sichtbar ist, sind die kleinen Opfergaben vor den Türen der Häuser. Man hat manchmal das Gefühl, dass nicht mal die Balinesen mehr die balinesische Kultur leben. Das ist schade und gleichzeitig traurig. Um Kuta sollte man deshalb einen großen Bogen machen, wenn man nicht nur zum saufen und pöbeln gekommen ist.

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Bali hat ein Müllproblem

Der Müll ist allgegenwertig. Überall, sowohl auf den Straßen als auch an den Stränden, finden sic Kunststoffverpackungen, leere PET-Flaschen, Tüten, etc. Noch nicht alle Menschen dort haben das selbe Umweltbewusstsein wie wir.  Es gibt aber glücklicherweise einige Projekte, die sich zum Ziel gemacht haben, Balis Strände sauber zu halten (z.B. http://www.birubiru.de, http://www.keepbaliclean.com/ oder https://keepbalibeautiful.com). Wenn Du was gutes in Deinem Urlaub tun willst, setz Dich doch einfach mal mit einem solchen Projekt in Verbindung. Unser Planet, die Flora und Fauna darauf, sowie die Menschen dort werden es dir danken.
Empfehlen kann ich insbesondere BIRU BIRU (http://www.birubiru.de), die neben dem Beach-Cleanup noch zwei weitere Missionen verfolgen:
  • Meeresschutz: BIRU BIRU investiert u.a. in Korallensetzlinge um so das gefährdete Unterwasser-Ökosystem intakt zu halten bzw. wieder aufzupeppeln.
  • Meereswissen: BIRU BIRU unterstützt dabei 300 Ocean Education Books in den indonesischen Bibliotheken zu platzieren um Kindern auf spielerische Weise das notwendige Wissen über den Ozean zu vermitteln.

BIRU BIRU wurde von einer Freundin von mir (Melissa von indojunkie.com) ins Leben gerufen, weshalb ich auch einen persönlichen Bezug zu der Sache habe und meine Hand dafür ins Feuer legen kann, dass man sich für das was dort versprochen wird auch tatkräftig einsetzt.

Taxifahrer sind Banditen…

Ok, das kann man sich eigentlich denken, denn wo auf der Welt sind Taxifahrer schon freundliche Menschen, die nicht übermäßig viel für ihre Leistung berechnen? Abgezockt zu werden gehört auch bei den Taxen zum Alltag. An Karma glaubt hier eigentlich keiner mehr. Auch bei Taxifahrern gilt: „Never take the first offer“. Die beste Lösung ist – sollte man auf ein Taxi angewiesen sein – den Taxifahrer dazu zu bringen sein Taxameter anzuschalten. Ich persönlich habe immer versucht Taxen zu meiden, denn…

…besser fährt man mit Uber

Eine gute Alternative zu den Taxen ist Uber. Bei Uber handelt es sich um einen Taxiservice, der von Privatleuten angeboten wird und ausschließlich über eine App läuft. Man legt Start und Ziel in der App fest und wartet darauf, dass ein Fahrer den Job annimmt. Ab dann muss man nur noch warten, einsteigen und fertig. Bezahlt wird direkt in der App. Die Uber-Preise sind für beide Seiten fair. So zahlten wir von Ubud nach Kuta (etwa 60 min. fahrt) ca 12€. Hinzu kommt, dass die Fahrer in der Regel sehr freundlich sind, zum Teil sogar Süßigkeiten anbieten und die Autos häufig sehr gepflegt und sauber sind. Was man von den meisten Taxen eher weniger behaupten kann. Ein kleines Trinkgeld ist daher angebracht und tut nicht weh. Problematisch an der Sache ist nur, dass Uber in Indonesien (genau wie in Deutschland) vom Gesetzgeber verboten wurde. Außerdem haben die Taxifahrer einen massiven Hass gegen Uber-Fahrer, da sie ihnen die Kunden wegnehmen, weshalb ihr das Uber idealerweise nicht direkt dort hin bestellt, wo viele Taxen stehen, also an Flug- und Schifsshäfen, etc. Es kommt mitunter vor, dass Uber-Fahrer mit Flaschen oder sonstigem Müll von Taxifahrern beworfen werden.

Hotelbesitzer und Taxifahrer stecken häufig unter einer Decke

Eines Morgens in Ubud, es war mein letzter dort, kam ich zum Frühstück und checkte die News auf meinem Handy als ein Einheimischer sich an den Tisch neben mir setzte und mich anquatschte. Er stellte sich mir zunächst als der Hotelbesitzer vor. Wir plauderten und er fragte mich wie es mir hier gefällt, was ich heute vor habe, wie lange ich noch in Ubud bleibe usw. Ein nettes Gespräch eigentlich. Ich hatte mich schon gefreut. Natürlich wusste er bereits, dass ich heute abreise und fragte mich nach meinem nächsten Ziel und wie ich da hin komme. Ich nannte ihm mein Ziel und gab offenkundig zu, dass ich mit Uber dort hin reise. Er sagte, dass er das verstehen kann aber versuchte mich davon zu überzeugen, dass es den Taxifahrern schadet. Wir diskutierten ein wenig. Es stellte sich heraus, dass er selbst Taxi fährt. Auf die Frage hin, was mich sein Service kosten würde, nannte er mir den dreifachen Uber-Preis. Ich lehnte dankend ab.

Fazit

Bali ist so eine Sache für sich. Letztendlich ist es an einem selbst wo man sich auf Bali aufhält. Ich hatte mit meiner Planung einfach nur ein paar Fehlgriffe gemacht, bin aber dennoch von Bali und der Landschaft begeistert. Insbesondere wenn man sich mal mit einem Roller aufmacht und die Hotspots verlässt. Dabei begegnet man nicht selten netten, aufgeschlossenen Menschen. Empfehlen kann ich auch das Buch „122 things to do in Bali“ von meinen Freunden von Indojunkie.com. Mit diesem Buch wären mir sicherlich einige der negativen Erkenntnisse erspart geblieben und ich hätte meinen Fokus auf andere Orte auf Bali gesetzt.
Dennoch: Trotz der vielen Enttäuschungen komme ich wieder, einfach nur um noch mehr von Bali und Indonesien zu sehen und um ein paar der berühmten Wellen dort zu surfen.
Wie sind eure Erfahrungen und eure Eindrücke von Bali? Welche Spots würdet ihr empfehlen? Schreibt mir doch ein paar Tipps in die Kommentare

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