KOPENHAGEN – KØBENHAVN: A PLACE TO BE

0
7
views
IMG_8516
TheresDickmeis

Von bunten Straßen, Fahrradfahren und der kleinen Meerjungfrau

Wer den ersten Schock vor Rathaus und Vergnügungspark Tivoli (beides nicht sehr anschaulich und ziemlich überfüllt) überwunden hat, geht durch Gassen und Straßen voller positivem Lebensgefühl. Die Häuser strahlen mit ihren Fassaden eine sehr lebensfrohe Atmosphäre aus, die Menschen bewegen sich höflich, bedacht und entspannt. Stress? Den hab ich sonst noch vor der kleinen Meerjungfrau gefunden, weil eine Gruppe asiatischer Touris mich zur Meister-Fotografin auserkoren hatten.

Nyhavn
TheresDickmeis
Strassen1
TheresDickmeis
IMG_8675
TheresDickmeis

Das bunte Epizentrum bildet der Nyhavn. Am Neuen Hafer haben sich eine Menge Restaurants angesiedelt, die auf die skandinavischen Monsterpreise noch ein paar Kronen aufschlagen, den Hafen dafür aber auch mit Leben füllen. Das Getümmel kann ein wenig nerven, die Schiffe sind allerdings einen Spaziergang durch die Straße wert. Übrigens sollte man dort nicht einfach umdrehen oder in eine andere Straße verschwinden, sondern auf die ruhigere Parallelstraße wechseln. Von dort bietet sich der beste Blick auf die ganzen Häuserfronten.

IMG_8516
TheresDickmeis

Ich war zwei Mal dort. Einmal entspannt am Morgen auf dem Weg zur kleinen Meerjungfrau, einmal am Abend, nachdem ich mich mal wieder verfahren hatte. Denn tatsächlich: Ich war mit dem Fahrrad unterwegs. Einen ganzen Tag! Wer mich nicht kennt, denkt sich: Ja, und? Wer mich kennt, wird es mir nicht glauben, denn: Ich hasse Fahrradfahren!

IMG_8833
TheresDickmeis

Meinen straffen Plan konnte ich aber nur so umsetzen. Also mietete ich mir ein Fahrrad im Hostel. Von dort ging es also auch zur kleinen Meerjungfrau und jetzt muss ich für die zierliche Dame mal eine Lanze brechen: Ich fand sie wunderschön. Sie wird immer als winzig beschimpft. Sollte sie lieber die größte des Eiffelturms haben? Wohl eher nicht. Nur die Sonne stand direkt hinter ihr, sodass ich sie zwar betrachten, aber nur schwer fotografieren konnte. Egal, einen Wunsch habe ich ihr trotzdem dagelassen.

Von Softeis, Strand und Christiania

Wer viel Fahrrad fährt, verbrennt auch einige Kalorien. Außerdem darf man im Urlaub sowieso alles und so verführte mich Kopenhagen zu einer Menge Softeis. Als Kind durfte ich es nie essen, weil die Salmonellengefahr zu groß gewesen sei. Wenn ich es heute bestelle, bleibt noch so ein gewisser Nervenkitzel und das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun. Ich probierte mich durch die verschiedenen Topping-Angebote und muss „dipped in Chocolate“ als Favoriten küren. Kakaopulver, Krokant und Streusel konnten leider nicht mithalten.

IMG_8821
TheresDickmeis
IMG_8768
TheresDickmeis
Strandkopen1
TheresDickmeis

Mit dem Fahrrad bin ich nicht nur durch die ganze Stadt geradelt, sondern auch zum Strand. Vom Amager Strandpark geht der Blick rüber nach Malmö und zur Öresundbrücke.
Am Amager Strand habe ich ein paar Stunden die Beine hochgelegt, die Sonne genossen und aufs Meer gestarrt. Ein paar Stunden auf Sand und unter Sonne können Wunder bewirken – oder die Energie für weitere Kilometer auf dem Fahrrad herbeizaubern.

Im Stadtteil Christianshavn habe ich einen Zwischenstopp in Christiania gemacht. Das autonome Zentrum wird als Freistaat angesehen und man bemerkt schnell warum die einzigen drei Regeln in der Kommune eingehalten werden sollten:

  1. Nicht fotografieren
  2. Nicht rennen
  3. Nicht schreien

Denn:
Dort wird neben selbstgemachte Kunst und Schmuck auch Cannabis verkauft. Diese alternative Wohnsiedlung wurde 1971 gegründet und gegen den Drogenkonsum spricht natürlich vieles gegen diesen Flecken in Kopenhagen. Allerdings funktioniert das Leben in Christiania problemlos und die Menschen dort sind friedlich. Deshalb habe auch ich meine Kamera am Eingang schnell weggepackt und mir die Kulisse auf mich wirken lassen. Das Dorf kann man sich vorstellen wie das Dorf der verwunschenen Jungs bei Peter Pan im Film Hook. Ich selber bin bei einem Schmuckstand hängen geblieben. Die Verkäuferin hatte wunderschöne Armbänder, sodass ich nicht anders konnte, als drei mitzunehmen. Mein Fahrrad habe ich einmal quer durch das Dorf geschoben, gestaunt über Menschen und „Produktpalette“ und bin schnell weiter: Zur Königin-Luise-Brücke.

Von der Luise-Brücke, Pølser und Deko im Übergepäck

Die Dronning Louises Bro wird bei gutem Wetter zum Treffpunkt. Eine freie Bank ist ein Sechser im Lotto und die meisten hocken auf dem Boden angelehnt an der Brücke. Einige Fahrräder sind mit dicken Musikkisten ausgestattet, optional auch mit Bierkisten oder beidem. Etwas zum Futtern gibt es in Reichweite bei diversen Imbissen.

Luisenbrücke
TheresDickmeis

Meinen Snack hatte ich allerdings schon: Ein Pølser war fällig. Dänische Hot Dogs begegnen einem überall und so kommt niemand bei einem Kopenhagenbesuch drum rum. Ich habe vorher bei diversen Blogs gelesen, dass die Pølser von Døp die besten sein sollen. Økologisk selbstverständlich, denn darauf stehen die Skandinavier.
Ich bin nicht der größte Hot Dog-Fan, aber der von Døp überzeugte mich. Das Brötchen bestand nicht aus wabbeliger Pampe, sondern aus Vollkorn und Weizen, was das Brot griffiger machte. Die Wurst war nicht zu überwürzt und schmeckte nach gutem Fleisch und zu den Röstzwiebeln gab es scharfe frische Zwiebeln. Also auch ich kann Døp empfehlen! Wie die Pølser sind, die zahlreiche Imbisswagen an Metro-Stationen, anbieten, kann ich leider nicht sagen. Døp habe ich zumindest zweimal gesehen, davon einmal direkt auf der Strøget.
Die Strøget war übrigens nicht schlecht. Es ist die längste Fußgängerzone Europas und besteht aus mehreren Straßen. Wer die Schildergasse und Hochstraße in Köln kennt, kennt allerdings aus die Strøget, denn Ketten reihen sich zwischen vereinzelten Luxusläden nebeneinander.

Kopenhagen hat mein Herz erobert. Wenn die Redewendung „a place to be“ auf eine Stadt in Europa zutrifft, dann auf diese. Die dänische Hauptstadt ist wohl die schönste europäische Stadt, in der ich bisher war. Was ich über Stockholm geschrieben habe, könnte ich an dieser Stelle ähnlich wiederholen, müsste aber den Superlativ wählen. Bunt, bunter, Kopenhagen.

 

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here