Mit dem Bike quer durch Holland

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Mission accomplished

Seit ich in Düsseldorf wohne, sehe ich meine Kumpels aus meiner Heimatstadt Speyer nur noch sehr selten. Letztes Jahr wollte ich unbedingt mit einem von ihnen – Micha – einen gemeinsamen Urlaub machen. Wir kennen uns seit wir als Kinder im Sandkasten gespielt haben und sind über die vielen Jahre, die seitdem vergangen sind, immer befreundet gewesen. Er war nicht sehr gesegnet was das Leben angeht und musste in seiner Kindheit viel durchmachen. Ich wusste auch, dass er noch nie am Meer war. Mein Ziel war deshalb insgeheim das Meer.

Schnell waren wir uns einig, dass wir einen Abenteuerurlaub in Holland machen werden. Zwei Männer, unabhängig und frei wollten wir sein. Gehen wohin wir wollten und wann wir wollten. Mit einem lächeln im Gesicht und nur den nötigsten Dingen im Gepäck. Letztendlich entschieden wir uns für einen Roadtrip auf dem Bike von Düsseldorf nach Holland. Also ging es los. Zwei Männer, zwei Rucksäcke, zwei Bikes und ein Zelt. Wir machten uns keine großen Gedanken wo wir enden wollten. Auch wie viel Strecke wir am Tag schaffen, war ungewiss. Wir fuhren einfach los. Unsere einzige Vorgabe war, dass wir den Rhein / Waal entlang fahren wollten, weil wir immer in der Nähe von Wasser sein wollten. Einfach nur weil wirs geil fanden.

Unsere erste Etappe endete an einem kleinen abgelegen See hinter dem Rhein namens „Bizonbaai“. Wir schlugen das Zelt auf, füllten Spiritus in unseren Kocher, den ich mal vor Jahren bei meinem Opa im Keller gefunden hatte und der allem Anschein nach den Krieg überlebt hatte und kochten uns ein Döschen Ravioli. Später zündeten wir ein kleines Feuerchen an und liesen den ersten Tag bei einem gemütlichen Bier Revue passieren. Folgende Bilder sind dort entstanden:

links erkennt man unser Lager
Der Kocher aus dem Krieg
Unser kleines Feuerchen

An sich machten wir uns sehr wenige Gedanken über alles. Aber eine Sorge hatten wir: Wie reagierten die Holländer wohl auf deutsche Wildcamper, die ein offenes Lagerfeuerchen am brennen hatten? Im Endeffekt kümmerte es niemanden, wir kamen sogar während dem Trip immer wieder mit freundlichen Holländern ins Gespräch. Aber man weiß ja nie…

Am nächsten Morgen waren wir beide sehr gerädert vom Tag davor. Bissen aber die Zähne zusammen und fuhren nach Nijmegen, wo wir uns erstmal einen Kaffee und ein Frühstück gönnten. Dann ging es weiter. Unsere zweite Etappe war der Kil van Hurwenen. Ebenfalls ein kleiner See, noch abgelegener als der erster und somit noch schöner:

Feuer muss sein
Micha am basteln
Die Belohnung für den harten Tag

Unsere beiden Nächte im Zelt waren zugegebenermaßen sehr un-erholsam, da wir keine Schlafunterlage hatten und unsere verweichlichten Körper nicht auf hartem Boden einschlafen wollten. Auch das Biken hat bereits Spuren in der Gesäßgegend hinterlassen, so dass das Aufsitzen am Morgen mir schon keinen spaß mehr machte. Wir entschieden uns für einen Tag Pause und fuhren mit dem Zug nach Dordrecht wo wir spontan auf die Idee kamen vielleicht auch eine Nacht Couch zu surfen. Netterweise nahm uns Willeke bei sich auf. Eine sehr freundliche junge Frau mit kleinem Häuschen, kleinem Garten und großem Feuer in Dordrecht. Nicht ganz so „wild & free“ wie wir es geplant hatten, aber schön.

Zwei Tage waren noch übrig und da wir nun ausgeruht waren entschieden wir uns erst nach Rotterdam zu fahren, dort ein wenig abzuhängen und dann weiter bis Den Haag zu fahren.

Chillen in Rotterdam

Da die letzte Nacht auf der Couch so erholsam war und wir schon so alt sind, entschieden wir uns dem Couchsurfing erneut eine Chance zu geben. Diesmal lief es nicht ganz so einfach wie zuvor. Bis kurz vor Den Haag hatten wir kein Glück. Doch dann kam Alyssa und bot uns einen Platz in ihrem Heim an. Über uns zogen bereits dunkle Wolken auf und wir wussten, dass wir mit der Couch die richtige Entscheidung getroffen hatte. Obwohl so ein Gewitter im Zelt sicherlich die reinste form von „wild & free“ gewesen wäre. Aber nun ja. Wir hatten wohl einen Schutzengel, denn zwei Minuten nachdem wir unsere Bikes bei Alyssa geparkt hatten, begann ein Gewitter von epischen Ausmaßen. Reisende Flüsse bildeten sich und rissen Autos und Brücken… Nein, das ist gelogen. Aber das heftige Gewitter gab es tatsächlich.

Mit Alyssa verbrachten wir zwei nette Abende (leider musste sie tagsüber arbeiten). An unserem letzten Abend kamen wir sogar in den Genuss eines Feuerwerks am Strand. Ein perfekter Abschluss für einen echt geilen Männertrip. Mit viel Spaß, dummem Gelaber und Feuer. Den Haag ist übrigens eine sehr empfehlenswerte Stadt!

Der Abschluss
v.r. Micha, eine Freundin von Alyssa, Alyssa und ich

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